Über Olofsfors

Olofsfors Geschichte

Olofsfors Bruk wurde 1762 gegründet.

Die Eisenhütte wurde unweit von drei Wasserläufen, die genug Strömung hatten, um Maschinen anzutreiben, in der Nähe vom Nordmalingsfjärden, wo es Ankermöglichkeiten gab und inmitten eines großen Waldgebiets errichtet.

Warum eine Eisenhütte?

Die schwedische Eisengewinnung und -bearbeitung begann in Bergslagen. Während des 14. Jahrhunderts wurde eine sehr wichtige Erfindung gemacht, der Hochofen, gleichzeitig wurde der Bergbau weiterentwickelt. Im 17. Jahrhundert erlangte die schwedische Eisenindustrie große Bedeutung. 1750 wurden 35% der Weltproduktion an Eisen in Schweden produziert. Es entstanden immer neue Eisenhütten in Bergslagen und Uppland.

Energiekrise
Sämtliche Teilschritte in der Eisenherstellung und -bearbeitung benötigten Energie in Form von Holz oder Holzkohle, was zu einer Verteuerung von Holzkohle führte. Um das Problem zu lösen, versuchte man, die Eisenhüttenbesitzer zu überreden, Teile der Eisenherstellung in die waldreichen Gebiete Nordschwedens und Finnlands zu verlagern. Im 17. Jahrhundert entstanden in Gästrikland und Hälsningland Eisenhütten und während des 18. Jahrhunderts auch in Ångermanland und Västerbotten. Die Grenze verlief bei der außerhalb von Piteå gelegenen Rosfors Eisenhütte. Sämtliche Eisenhütten südlich von Rosfors waren vom Eisenerz aus Mittelschweden abhängig, während die Eisenhütten in Norrbotten Erz verwendeten, das im Norden abgebaut wurde. Olofsfors Bruk bezog sein Erz von der Utögrube im Stockholmer Schärengarten.

Olofsfors Bruk
1759 schrieb John Jennings an das Bergskollegium und bat darum, einen Hochofen und eine Wallonenschmiede an der Mündung des Leduån errichten zu dürfen. In seinem Schreiben nannte er den Ort Olofsfors, dies ist auch das erste Mal, dass der Name Olofsfors in einem Schriftstück genannt wird.

Besitzer
John Jennings war bis zu seinem Tod 1772 Besitzer der Olofsfors Eisenhütte. In dieser Zeit konnte er jedoch keine bedeutenden Resultate seiner Investition sehen.
J.C. Pauls übernahm die Hütte von Jennings und war bis 1823 Besitzer der Eisenhütte. Nach Paulis Tod ging die Eisenhütte auf die Erben über.

Unternehmen
Qualität war wichtig, schwedisches Eisen wurde seit jeher als Qualitätsprodukt verkauft. Daher wurden Roheisen, Stangeneisen aber auch Manufakturprodukte mit dem Stempel der Eisenhütte versehen. Der Vertrieb war wichtig, und man nahm in der Regel die Hilfe eines Handelshauses in Stockholm oder Göteborg in Anspruch.
Die Leitung der Eisenhütte setzte sich für soziale Sicherheit, Alters- und Krankenversorgung und Rabatte beim Kaufmann ein. Ausbildung war bereits früh eine wichtige Frage für die Eisenhütte. Die erste Schule wurde 1837 in Olofsfors gebaut. Mindestens genauso wichtig war jedoch das Weitergeben von Wissen und Fertigkeiten am Arbeitsplatz. Die Eisenhütten waren voll und ganz vom handwerklichen Geschick ihrer Arbeiter abhängig, wenn sie hochwertige Produkte herstellen wollten.
Die Arbeiter hatten jedoch trotz des Vorsorgesystems einen harten Stand und kritische Stimmen wurden nicht geduldet.

Olofsfors Bruk 1861
Zur Eisenhütte gehörten 1861 die Hütte, Schmieden, Sägewerk, Hafen und große Wälder.


Der Wert von Olofsfors bruk wurde auf 567 030 Reichstaler geschätzt. Umgerechnet auf heutige Verhältnisse entspricht dies einem Wert von ca. 22,5 Millionen Kronen.
Im Abrechnungsbuch von 1860 sind 232 Personen eingetragen, darunter 9 Frauen. Bei den Einnahmen der Eisenhütte 1860 machte die Holzproduktion 46% und die Roheisen- und Stangeneisenproduktion 54% aus.

Konkurrenz und neue Besitzer 
1862 wurde Nordmalings Ångsåg AB gegründet. Olofsfors Bruk versuchte mit allen Mitteln, die Etablierung zu verhindert, aber anstatt dass dem Unternehmen Einhalt geboten wurde, begann Nordmalings Ångsåg AB Teile von Olofsfors aufzukaufen, um auf diese Art an die großen Waldbestände der Eisenhütte zu kommen. 1886 verkaufte Carl von Rosen seine 3/8 an Olofsfors Bruk an Nordmalings Ångsåg AB, das dadurch Alleinbesitzer von Olofsfors Bruk wurde.
Die dominierende Rolle, die die Eisenindustrie gespielt hatte, verlor an Bedeutung. Stattdessen wurde die Sägewerksindustrie zum wichtigsten Industriezweig. 

Lancashireschmiede
Um mit der allgegenwärtigen Konkurrenz mithalten zu können, investierte Olofsfors 1879 in eine ganz neue Prozessstraße: in einen neuen, dünnwandigen Hochofen, einen Röster vom Typ Westman und ein Pochwerk in einer neu errichteten Hütte am untersten Damm.
Am mittleren Damm wurde eine neue Manufakturschmiede gebaut und später auch eine Schreinerei. Am obersten Damm wurde eine neue Hammerschmiede errichtet, und man ging schmiedetechnisch von der deutschen Schmiede auf die Lancashireschmiede über. Gleichzeitig wurden die Schmieden in Holmfors und Klöse geschlossen. Die Industriebauten, die heute noch erhalten sind, stammen alle aus dieser Zeit. In der Hammerschmiede ist jedoch zu sehen, dass die Investition nicht ganz fertig gestellt wurde. Die Lancashirefeuerstellen wurden nicht mit Hilfsschaltern versehen und der alte Zänghammer mit Holzgriff wurde beibehalten. Aber weshalb baute man kein Walzwerk? Außerdem erfolgte der Wechsel der Schmiedetechnik mindestens 25 Jahre zu spät! 

Hüttensterben 
Hüttensterben. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Schweden industrialisiert. Eisen und Stahl wurden in großen Mengen benötigt, und nur Großbetriebe und neue Techniken konnten die Nachfrage stillen. Die kleinen ländlichen Eisenhütten wurden überrollt, und das Hüttensterben machte auch vor Olofsfors nicht Halt. 1894 wurde der Ofen zum letzten Mal angeblasen, und kurz nach der Jahrhundertwende wurde die Hammerschmiede geschlossen. 
Hier sitzen die Arbeiter zusammen auf dem Steg, der zum Einbringen der Holzkohle in den Hochofen verwendet wurde. 

Veränderung 
In der Übergangsphase hatten die Manufakturschmiede und die Schreinerei große Bedeutung. Ein wichtiges Produkt, das dort hergestellt wurde, war das Wagenrad. Die Schreiner fertigten und verleimten die Holzteile des Rades und brachten es anschließend zur Schmiede, wo es von den Schmieden mit sämtlichen Eisenbeschlägen versehen wurde. Beim Kaltwerden zog sich das Eisen zusammen und diente so als Leimzwinge, die die Teile des Rades zusammenpresste. 

Ketten 
Dank der erhöhten Nachfrage nach Ketten überlebte die Eisenhütte, jedoch nun in Form einer Kettenschmiede. Die frühste Erwähnung der Kettenschmiede, die wir heute vorliegen haben, ist ein wenig schmeichelhaftes Besichtigungsprotokoll aus dem Jahr 1912, in dem die Analyse eines gebrochenes Kettenglieds in Stockholm protokolliert ist.
Weiteres Archivmaterial aus dem 20. Jahrhundert steht in den nächsten fünf Jahren nicht für Nachforschungen zur Verfügung. Das Diplom, das die Eisenhütte 1916 auf der Industrieausstellung in Härnösand, an der sie außer Konkurrenz teilgenommen hatte, für ihre geschmiedete Kette erhielt, brachte die entscheidende Wende für die Kettenschmiede. Die Hälfte der Lancashireschmiede wurde abgerissen, um Platz für die Kettenschmiede zu schaffen. 

Kettengruppe 
Zusammen mit Filipstad, Ljusne, Matfors, Orsa, Ramnäs und Smedjebacken bildete Olofsfors die Kettengruppe Der Markt wurde geteilt und Olofsfors stand für ca. 12% der schwedischen Produktion. Kunden waren vor allem die Flößergesellschaften in Nordschweden. 

1937
In diesem Jahr arbeiteten zwölf Personen in der Schmiede, und es wurden 400 Tonnen (einschließlich Manufakturschmiede) produziert. 
Am 15. Dezember stattete die Zeitung Västerbotten-Kurir der Schmiede einen Besuch ab. 

Neue Räumlichkeiten
Mitte der 50er Jahre wurde die Stangeneisenschmiede niedergelegt und die Produktion in die nicht genutzten Schuppen der Eisenhütte verlegt, nachdem am Rand der Eisenhütte ein neuer Schuppen gebaut worden war. 

Neue Voraussetzungen
Einige Jahre nach dem Umzug kam die nächste Krise. Im Zuge der Verbesserung der Straßen verlor das Flößen rapide an Bedeutung, und die Holztransporte wurden in immer größerem Umfang mit dem Lkw durchgeführt.
Hierdurch verringerte sich der Bedarf an Zurrketten. Gleichzeitig erfolgte eine Mechanisierung der Forstwirtschaft und man begann, Traktoren einzusetzen. Um die Tragfähigkeit der Forsttraktoren zu erhöhen, wurden diese häufig mit einem zusätzlichen Radpaar und einem Kettenband (Halbband) versehen. 

Produktentwicklung 
Aber auch dieses Mal hatte hatte das Unternehmen das richtige Gespür dafür, für Produkte bald eine Nachfrage bestehen würde. Ende der 50er Jahre begann Olofsfors Bruk mit der Lohnfabrikation von Bänderteilen für Hersteller wie Svedlund, Tegs mekaniska und Vilhelmina Mekaniska. 1976 wurde System Svedlund erworben und die gesamte Bänderproduktion nach Olofsfors verlegt. 

Borstahl
Im Herbst 1977 begann die Entwicklungsarbeit des nächsten Produktsegments, Baggerschaufel- und Hobelstahl. Borstahl war zu dieser Zeit als Material für Straßenhobel noch nicht sehr erprobt und es dauerte eine Weile, bis man die Kunden von den Vorzügen von Borstahl überzeugt hatte. 

Bodenkultivierer 
Durch den Erwerb von Svedlunds kam der Bodenkultivierer Leno hinzu, der zur Kultivierung des Bodens vor dem Einsetzen neuer Pflanzen verwendet wurde. 

Neue Räumlichkeiten
Ende der 80er Jahre wurde damit begonnen, die Produktion nach und nach von den Schuppen in neue Räumlichkeiten zu verlegen, der Umzug war 1991 abgeschlossen.